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Vereinsgeschichte
Ein Blick in die
Frühzeit der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Roisdorf
Drei Thesen zum
heutigen Schützenwesen
Die Legende des
Heiligen Sebastian (Schutzpatron
der Schützenbruderschaft Roisdorf)
Die Entstehung der Schützenbruderschaften
Großer Zapfenstreich
Vereinsfahnen

Abbildung eines Schützenfestes auf
dem Schützenplatz.
Vereinsgeschichte
der Schützenbruderschaft Roisdorf
Im Jahre 1848 wurde die Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft gegründet.
Das alte Protokollbuch aus der Gründungszeit der Bruderschaft mit seinem
verkratzten Ledereinband und seinen vergilbten Blättern, welches nun fast 160
Jahre erhalten blieb, gibt Zeugnis davon, dass sich nach politischen Umbrüchen
und in einer Zeit des Notstandes mutige Roisdorfer Männer zusammenfanden, um
dunklen Elementen entgegenzuwirken, die unter dem Eindruck der Revolutionsideen
von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ ihrem Tatendrang in unserer Gegend
allzu freien Lauf ließen. Arme und Schwache in dieser Zeit zu schützen war der
eigentliche Sinn und Zweck zur Gründung der Schützenbruderschaften in unserer
Gegend. Und so entstand auch in Roisdorf ein solcher Schützenverein.
Jahre später, als wieder Ruhe und Ordnung im Lande herrschten, blieb dieser
Verein mit seinen Mitgliedern zusammen und pflegte in friedlicher Zeit die
Ideale, die er sich in stürmischen Tagen auf seine Fahne geschrieben hatte.
Die ersten im Protokollbuch erwähnten Mitgliedernamen stammen aus den Familien
Alef, Bell, Bernartz, Fleischer, Grün, Knaus, Mühlens, Müller, Rech, Strunk und
Thiesen.
Erster Vorsitzender war Jakob Müller, der nach jährlicher Wiederwahl dieses Amt
27 Jahre bis 1875 innehatte. Er wurde von Gottfried Schmitz abgelöst, von
dem die Chronik viel Rühmliches zu berichten weiß und dem man deshalb dieses Amt
bis 1890 immer wieder vertrauensvoll übertrug.
In den folgenden Jahren amtieren zwei Vorsitzende, die nicht vergessen werden
dürfen. So ist als erstes der damalige Hauptlehrer Johann Heister zu nennen, der
Nachfolger von Gottfried Schmitz wurde. Sein Nachfolger wurde der rührige Jean
Romes.
Als Organisator und ausgezeichneter Gesellschafter war er nicht nur in Roisdorf,
sondern auch über die Grenzen des Ortes hinaus ein großes Vorbild.
Der Chronik ist zu entnehmen, dass der erste Schießstand der Bruderschaft „Im
Benden“ in der Nähe des heutigen Centralmarktes angesiedelt war. Aus dem Jahre
1853 beschreibt die Chronik sogenannte „Vogelstangen“, die im
Siefenfeldchen aufgestellt waren. Hier wurde 1853 der Vater des verstorbenen
früheren Brudermeisters Heribert Rech und Urgroßvater des amtierenden
Schützen-Kaisers Wilhelm Rech, Johann Rech Schützenkönig.
Im Jahre 1893 wurde dieser Schießplatz vom Eigentümer, dem Herrn von
Wittgenstein, gekündigt, so dass ein neuer Schießstand gefunden werden mußte. Am
Kirmesmontag desselben Jahres konnte dann erstmals das Königsschießen auf der
Höhe und zwar in der Siebertz’schen Sandgrube am Blutpfad, ausgetragen werden.
Ein Jahr später im Jahre 1894 erwarb der Verein unterhalb der
Bundesbahntrasse, am heutigen Fuhrweg, ein Grundstück und richtete dort seinen
Schießstand ein.
Bis zum Jahre 1924 traf sich dort alljährlich die Roisdorfer
Dorfbevölkerung beim Schützenfest und zum Königsschießen. In den zwanziger
Jahren zeigte sich jedoch, dass es nicht mehr möglich war, diesen Schießstand
den sich ständig steigenden Anforderungen anzupassen. Hinzu kam, dass die
Umgebung mehr und mehr bebaut wurde, wodurch sich beim Schießen Gefahren für die
Anwohner ergaben, so dass die Errichtung eines Scheibenschießstandes nur sehr
aufwendig zu realisieren gewesen wäre.
In günstiger Lage wurde dem Verein 1925 das Gelände des jetzigen
Schützenplatzes von den Geschwistern Schmidt angeboten. Und obwohl in der
damaligen Zeit noch alle erforderlichen Arbeiten von Hand verrichtet werden
mußten, gelang es, den Platz in kurzer Zeit soweit herzurichten, dass dort noch
im gleichen Jahr der Wettkampf um die Königswürde ausgetragen werden konnte.
Einer der seinerzeit jüngsten Vereinsmitglieder, Ferdinand Tönnessen, wurde
erster Schützenkönig auf dem neuen Schießstand an der Essener Straße.
In diesem Jahr war es auch, dass der Verein unter der laufenden Nummer 300 als
„Schützengesellschaft“ ins Vereinsregister des Amtsgerichtes Bonn eingetragen
wurde. Die Gesellschaft zählte zu diesem Zeitpunkt 32 aktive Mitglieder.
Ebenfalls 1925 wurde auch mit tatkräftiger Unterstützung der
Schützenbruderschaft das Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges 1914 /
1918 errichtet.
In dieser Zeit herrschte reges Leben und viel Aktivität bei den Schützenvereinen
am Vorgebirge. In diese Epoche fällt auch die Gründung des Bundes Vorgebirge,
dessen erstes Bundesschießen als Vergleichswettkampf der einzelnen
Schützenbruderschaften am Vorgebirge im Mai 1927 stattfand.

Schützen vor dem Ehrenmal 1930er Jahre.
Die Gründung des heutigen Bezirksverbandes Bund Vorgebirge am 29. Mai 1927 ging
hierbei auf Initiative des damaligen Brudermeisters Jean Romes aus Roisdorf
zurück, der auch zum ersten Bezirksbundesmeister gewählt wurde und dieses Amt
bis zum Jahre 1941 bekleidete.
Zu Beginn der dreißiger Jahre meldete die Schützenbruderschaft ihre Mitglieder
bei der kirchlichen Erzbruderschaft vom heiligen Sebastian an und wurde damit
kirchlicher Verein. Dies war in jener Zeit die einzige Möglichkeit um als
eigenständige Vereinigung bestehen zu dürfen.

Jungschützen aus dem Jahr 1935. Junge
Schützenbrüder in einer so genannten Probezeit vor ihrer endgültigen Aufnahme in
die Bruderschaft. Als äußeres Zeichen wurde lediglich der Schützenhut und die
weiße Fliege getragen. Die grüne Uniform erst gab es erst nach Ablauf der
Probezeit.
Im Jahre 1936 war die Bruderschaft erstmals Ausrichter eines
Bezirksschützenfestes im Bezirksverband Bund Vorgebirge.
Der zweite Weltkrieg ließ in den Jahren 1939 bis 1945 eine aktive
Bruderschaftstätigkeit nicht zu.
1939 wurde vorerst das
letzte Schützenfest gefeiert. Die Wirren des zweiten Weltkriegs verhinderten
nicht nur bei den Roisdorfer Schützen ein „normales“ Weiterleben.
In diesen Kriegsjahren lichteten sich die Reihen der Mitglieder sehr. Zudem
kehrten die Schützenbrüder Gerhard Romes, Wilhelm Faßbender, Peter Kraus,
Christian Rech und Matthias Joisten nicht mehr in die Heimat zurück.
Nach siebenjähriger
Unterbrechung konnte dann jedoch bereits 1946 das Vereinsleben
fortgesetzt werden. Beim ersten Schützenfest 1947 gelang es dann Johann
Rech mit der Armbrust den Rest des Vogels von der Stange zu holen und erster
Schützenkönig nach den Kriegsjahren zu werden.
Ins Jahr 1948 der Nachkriegszeit fiel die Feier des 100-jährigen
Bestehens der Bruderschaft.
Anläßlich der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Vereinsjubiläum zelebrierte der
Generalpräses der Erzbruderschaft zum heiligen Sebastian, Pfarrer Louis aus
Leverkusen zusammen mit dem damaligen Roisdorfer Pfarrer Matthias Ossenbrink,
der selbst Mitglied der Bruderschaft war, das Festhochamt.
Die Ideen und Bedürfnisse, die in der revolutionären Zeit von 1848 zur
Vereinsgründung geführt hatten, fanden in diesen schwierigen Nachkriegsjahren
wieder konkrete Inhalte. Es galt, die Wunden, die der Krieg in den Familien der
Schützenbruderschaft und auch in vielen anderen Familien des Ortes hinterlassen
hatte, zu heilen und auf den Trümmern eine neue Lebensordnung aufzubauen.

Krönung 1950
Getreu ihrer langjährigen Tradition hat die Bruderschaft in den nun folgenden
Jahren ein reges und sehr kameradschaftliches Vereinsleben geführt. Zunächst
unter dem Vorsitz von Brudermeister Franz Schmitz und nach dessen Tod unter der
Leitung von Brudermeister Heribert Rech, der in der Zeit von 1952 bis
1987 ebenfalls eine tragende Rolle im Bezirksverband Bund Vorgebirge als
stellvertretender Bezirksbundesmeister inne hatte.
In dieser Zeit, in der alte Traditionen immer mehr der Vergessenheit
anheimfielen und ein Auseinanderfallen alter, ideeller Gemeinschaften zu
beobachten war, hielten die Mitglieder der Roisdorfer Schützenbruderschaft um so
enger zusammen und erfreuten sich der Achtung derer, die mit Sorge diese
Entwicklungen beobachteten.
Einige wichtige Daten mögen hier als äußerer Beweis für die zahlreichen
Aktivitäten der Schützenbruderschaft herangezogen werden, da sie wichtige
Meilensteine des Vereinslebens darstellen.
Wegen des immer stärkeren Interesses am Sportschießen wurde 1951 ein
Kleinkaliberschießstand errichtet. Durch die Weiterentwicklung dieser Sportart
und dem wachsenden Interesse der Vereinsmitglieder wurde eine wesentliche
Erweiterung des Schießstandes nötig.
In diesen Jahren konnte die Bruderschaft sehr erfolgreich an Meisterschaften
teilnehmen und zahlreiche Titel und Auszeichnungen erringen.
So richtete man 1958 ebenfalls erneut sehr erfolgreich das
Bezirksschützenfest aus.
Noch im Folgejahr 1959 wurde Urban Erd erster Roisdorfer Bezirkskönig
nach dem Krieg.
Ihm folgten im Jahr 1962 mit Wilhelm Jüßen, im Jahr 1965 mit Hans
Thome und 1968 mit Johannes Tönneßen gleich drei weitere Bezirkskönige
aus Roisdorf in nur wenigen Jahren.

Jungschützen mit dem
Königsvogel auf dem Weg zum Schützenplatz ca. September 1969
Das vorhandene Grundstück reichte aber für die stetig ansteigenden
schießsportlichen Aktivitäten nicht mehr aus. So erwarb die Schützenbruderschaft
ein weiteres Grundstück hinzu und erhielt grünes Licht für die Errichtung von
drei Kleinkaliberständen mit 50-m-Bahnen. Ergänzt wurde diese Anlage durch sechs
Pistolenstände von je 25 Metern. Nach Fertigstellung dieser Bauprojekte verfügte
die Bruderschaft über eine moderne, allen Anforderungen gerecht werdende
Schießanlage.
Mit dieser Schießanlage gaben sich die Mitglieder jedoch noch nicht zufrieden.
Und so brachte man den Mut und die Energie auf, im Jahre 1971 eine
Schützenhalle fast ausschließlich in Eigenleistung auf einer Fläche von rund 160
Quadratmetern zu errichten.
Diese Aktivitäten fanden auch Anklang bei der gesamten Dorfbevölkerung, die die
neuen Räumlichkeiten gerne nutzte.
1973
wurde die Bruderschaft dann zum dritten male Ausrichter eines
Bezirksschützenfestes.

Gruppenfoto der Bruderschaft Ausrichter des
Bezirkschützenfestes 1973 mit dem damaligen Königspaar Wilhelm und Kethe Rech.
Um die sportlichen Aktivitäten und hier ganz besonders das Schießen mit der
Sport- und Großkalieberpistole weiter ausbauen zu können, trat die Bruderschaft
am 01. Dezember 1976 dem Rheinischen Schützenbund 1872 e.V. bei, wo sie
bis heute mit einer Sportpistolenmannschaft sehr erfolgreich ist.
Zu dieser Zeit war die Mitgliederzahl auf über 50 aktive Schützen angestiegen.
So ging die Schützenbruderschaft in dieser Zeit unter der Führung von
Brudermeister Heribert Rech mit dem Wissen um ihre gesellschaftliche Bedeutung
gerade und zielgerichtet ihrem 140-jährigen Vereinsjubiläum entgegen.
Dieses Jubiläum wurde am 09. und 10. Mai 1987 gemeinsam mit den
Musikfreunden Roisdorf, die auf eine 65-jährige Vereinsgeschichte zurückblicken
konnten, in Verbindung mit dem Bezirksschützenfest in den Hallen des
Centralmarktes Bonn-Roisdorf in gebührender Weise gefeiert.
Am 05. März 1988 vollzog sich ein Generationswechsel in der
Vereinsführung.
Nach über 3 Jahrzehnten erfolgreicher Tätigkeit als 1. Brudermeister legte
Heribert Rech dieses Amt in jüngere Hände. Sein Stellvertreter, Gerhard Linden,
wurde zum 1. Brudermeister und somit Vorsitzenden der Bruderschaft gewählt.
Neben dem Brudermeister machten auch weitere Vorstandsmitglieder jüngeren
Kräften platz.
Heribert Rech, der aus Dankbarkeit für seine langjährige und erfolgreiche
Leitung der Bruderschaft zum Ehrenbrudermeister bestellt wurde, stand jedoch
weiterhin dem neuen Vorstand mit Rat und Tat zur Seite.
Aufgrund einer sehr erfreulichen Entwicklung der Jugendarbeit in der
Bruderschaft kam es nach mehrjähriger Planung im Frühjahr 1988 zur
Beschlussfassung über eine Erweiterung und Modernisierung der Schießanlagen, um
künftigen Anforderungen gerecht zu werden.
Nach Sicherstellung der Finanzierung begannen dann am 29. Juli 1989 die
dringend notwendigen Baumaßnahmen zur Errichtung eines neuen Schießstandes für
das Luftgewehrschießen und der Bau neuer sanitärer Anlagen auf dem
Schützenplatz.
Nach kurzer Bauzeit und aufgrund des großen und tatkräftigen Einsatzes der
Vereinsmitglieder konnte der Neubau bereits am 07. April 1990 im Rahmen
eines zünftigen Festes eingesegnet und seiner Bestimmung übergeben werden.
Bei den rund 4.000 Arbeitsstunden dieser Baumaßnahme fand die Bruderschaft
erhebliche Unterstützung durch die Ehrenmitglieder Fritz Nagorske, der die
Bauleitung übernahm und den Architekten Hans-Günther Pauly. Ihnen zur Seite
stand Herr Alfred Engel, der die Maurerarbeiten leitete. Ehrenbrudermeister
Heribert Rech erwies sich auch hier immer wieder als Antriebskraft für den
Arbeitseinsatz.
Seither verfügt die Bruderschaft über eine sportgerechte Schießanlage und ein
modernes Vereinsheim für seine geselligen Aktivitäten.
Ihr Jahr 1992 konnte dann nach langer Zeit mit dem Königspaar Peter und
Ursula Brings erneut die Würde des Bezirkskönigs beim Bezirksschützenfest in
Kardorf errungen werden.
1992 konnte die Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Roisdorf ebenfalls
die Bezirkskette des Bezirksverbandes Vorgebirge erringen

Die Schützen vlnr: Schmidt, Brings, Faßbender,
Werres, Koch, Tönneßen, Schneider, Nagorske, Klemmer, Linden stv.
Bezirksbrudermeister: Flohr
In der
Folgezeit konnte die Bruderschaft an zahlreichen festlichen Veranstaltungen
teilnehmen.
Neben den
etablierten Veranstaltungen findet auch das 1993 erstmals unter der Leitung des
neuen Bezirksbundesmeisters Winand Flohr, der als Mitglied der Roisdorfer
Bruderschaft dieses Amt am 20.02.1992 übernommen hatte, neu ins Leben gerufene
jährliche Königspaaretreffen großen Anklang.

Hier das
Roisdorfer Königspaar 1993 / 1994 Karl-Heinz und Gertrud Faßbender
beim
jährlichen Königspaaretreffen im Rathaussaal der Stadt Bornheim
Am 13. Mai 1995 verstarb nach langer, schwerer Krankheit der
Ehrenbrudermeister und Ehrenbundesmeister des Bezirksverbandes Heribert Rech im
Alter von 77 Jahren. Mit ihm verlor die Bruderschaft einen väterlichen Ratgeber
und guten Freund, der unvergessen bleiben wird.
Ein gutes Beispiel für die Traditionspflege zeigte jedoch in den Folgejahren die
Familie Rech, bei der Wilhelm Rech, als Sohn des verstorbenen
Ehrenbrudermeisters, mit seiner Frau Kethe Rech im September 1997 ihren
Sohn als Schützenkönig ablösten und als erstes Kaiserpaar in die
Vereinsgeschichte eingehen konnten.

Königspaar 1996 Heribert und
Daniela Rech
Im folgenden Jahr wurde am 11. und 12. Juli 1998 das 150-jährige
Vereinsjubiläum in einem großen Festzelt auf der Rathauswiese gefeiert.
Nach dem großen Erfolg des 140-jährigen Vereinsjubiläums feierte man erneut
gemeinsam mit den Musikfreunden Roisdorf, die gleichzeitig ihr 75-jähriges
Gründungsfest feiern konnten. Bei dieser gemeinsamen Jubiläumsfeier unter
Beteiligung zahlreicher Schützen- und Musikvereine konnten die jahrzehntelangen
freundschaftlichen Kontakte beider Roisdorfer Vereine eindrucksvoll unter Beweis
gestellt und gebührend gefeiert werden.

Gruppenbild zum 150-jährigen Vereinsjubiläum am
11. und 12. Juli 1998;
1. Kaiserpaar Wilhelm und Kethe Rech, Prinz Thomas Kentenich und Bürgerkönig
Willi Schneider.
Nach längeren Planungen und nach entsprechender Genehmigung durch das Bauamt der
Stadt Bornheim und das Polizeipräsidiums Bonn wurde im Frühjahr 1999 mit
dem Bau eines neuen Vogelstandes begonnen.
Dieser neue Vogelstand wurde als Ersatz für den über 70 Jahre alten und
mittlerweile sehr maroden Vogelhochstand errichtet. Durch tatkräftiges
Engagement der Schützenbrüder Wilhelm Rech, Günther Welteroth, Christian
Schmidt, Karl-Heinz Faßbender und Karl-Heinz Werres konnte der neue Vogelstand
schon am Königsschießen im September des gleichen Jahres eingesegnet werden.
Erster Schützenkönig auf dem neuen Hochstand wurde Toni Schneider.
Im Jahr 2000 vollzog sich erneut ein Generationswechsel in der
Vereinsführung.
Nach zwölf Jahren erfolgreicher Tätigkeit als 1. Brudermeister legte Gerhard
Linden sein Amt in jüngere Hände.
Sein bisheriger Stellvertreter, Hans-Peter Schmidt wurde bei der
Generalversammlung am 18. März 2000 einstimmig zum 1. Brudermeister und
somit Vorsitzenden der Bruderschaft gewählt.
Gerhard Linden übernahm in diesem neuen Vorstand das Amt des Protokollführers
und stand mit Karl-Heinz Faßbender, der viele Jahre als Geschäftsführer und
Christian Schmidt, der zwölf Jahre als Schriftführer gewirkt hatte auch
weiterhin für ein Vorstandsamt zur Verfügung.
Zeitgleich vollzog sich im Jahr 2000 auch ein Generationswechsel beim
Bezirksverband Bund Vorgebirge, wo mit Winand Flohr erneut ein Schützenbruder
aus Roisdorf am 14. März 2000 zum Bezirksbundesmeister gewählt wurde.
Am 03. Juli 2001 wurde Pfarrer Wolfgang Hages neuer Präses der
Bruderschaft.
In den folgenden Jahren konnte die Gemeinschaft der Bruderschaft durch das sehr
harmonische und kameradschaftliche Miteinander der Generationen mit großem
Erfolg ausgebaut werden.
Durch eine zeitgemäße Anpassung der jährlichen Vereinsaktivitäten konnte hierbei
das Fundament für ein lebensfrohres und aktives Schützenwesen in Roisdorf gelegt
werden.
So wurde unter anderem im Jahr 2003 erstmals ein gemeinsamer
Waldspaziergang der ganzen Schützenfamilie in Leben gerufen.
Nach mehrjährigen intensiven Überlegungen wurde dann im Jahr 2004
erstmals eine Zusammenlegung des bislang am Kirmessamstag veranstalteten
Königsschießens mit dem Schützenfest im Juli praktiziert.
Diese zeitgemäße Maßnahme um auch weiterhin ein attraktives Königsschießen
präsentieren zu können wurde dann auch gleich im ersten Jahr von der Bevölkerung
voll angenommen und ein großer Erfolg.
Im Jahr 2004 wurde dann durch einstimmige Wiederwahl des jungen
Vorstandes die Arbeit aber auch die moderne Vereinsführung eindrucksvoll
bestätigt.
Nach fast zweijährigen Verhandlungen konnte
dann im November 2004 von der Stadt Bornheim das Pachtgründstück, auf dem sich
die im Jahre 1989 errichtete Schießhalle befindet, erworben werden.
Da somit die gesamte von der Bruderschaft genutzte Fläche und alle Schießstätten
Eigentum der Bruderschaft sind, ist auch künftig eine uneingeschränkte Nutzung
der Schießstätten gesichert.
Durch die Aufnahme und Versorgung von 17 jugendlichen Pilgern aus Italien im
Vereinsheim beim Weltjugendtag 2005 in Köln konnte die Bruderschaft auch
einmal mehr ihr soziales und christlichen Engagement unter Beweis stellen.
In Ihrer fast 160-jährigen Geschichte hat Schützenbruderschaft Roisdorf e.V. in
traditioneller Bindung erfolgreich gewirkt und hohes Ansehen über die Grenzen
der Stadt Bornheim hinaus erworben und leistet heute einen großen und
erfreulichen Beitrag zum Vereins- und Gemeinschaftsleben in Roisdorf.
In zahlreichen
Wettkämpfen konnte die Bruderschaft schon einige Trophäen erringen. So auch
beim Schießen um die Bundeskette beim diesjährigen 57. Bezirksschützenfest der
St. Hub. Schützenbruderschaft Nettekoven-Impekoven in der Dreifachturnhalle in
Oedekoven am 07. Mai 2006.
Zum nunmehr neunten Male konnte die Mannschaft aus Roisdorf nach ihren Erfolgen
in den Jahren 1928, 1930, 1936, 1964, 1968, 1980, 1984 und 1992 den Titel
in der Mannschaftswertung erringen.
Bei diesem
Wettstreit aller Bruderschaften des Bezirksverbandes Bund Vorgebirge konnte sich
das Team aus Roisdorf als einzige Mannschaft mit einer Trefferquote von allen 10
Gipspfändern diesen heiß begehrten Titel sichern.

Das Bild zeigt die siegreiche
Mannschaft mit dem Bezirksbundesmeister Winand Flohr (links) bei der
Siegerehrung.
Dies alles ist Grund genug, um mit Dankbarkeit in die Vergangenheit und mit
Tatkraft, Mut und Zuversicht in die Zukunft der Bruderschaft zu blicken.
Beim
Königsschießen 2006 gelang es dann Schützenbruder Josef Fröndgen trotz
seines Alters von 78 Jahren bei einem regelrechten Schieß-Krimi kurz vor
Mitternacht Schützenkönig der Bruderschaft zu werden.

Königspaar
2006 Josef und Helene Fröndgen
Aufgrund
von Änderungen der gesetzlichen Bestimmungen für den Betrieb von Schießständen
wurden 2007 umfangreiche Renovierungs- und Baumaßnahmen bei allen
Schießanlagen erforderlich.
So wurden
mit hohem Arbeitsaufwand in unzähligen Arbeitsstunden alle vorhandenen
Luftgewehrstände, der Vogelhochstand und auch die beiden
Großkalieberschießbahnen komplett renoviert und umgebaut.
Pünktlich
zum 160-jährigen Bestehen der Bruderschaft konnten Gerhard und Kläre Linden beim
Königsschießen 2008 als zweites Kaiserpaar in der Vereinsgeschichte
gefeiert werden. Ebenfalls gelang es 2008 mit der Aufnahme von fünf Schülern
eine neue Schülermannschaft aufzubauen.

Kaiserpaar
2008 Gerhard und Kläre Linden
Am 25. und
26. April 2009 war die Bruderschaft zum fünften Mal Ausrichter des
Bezirksschützenfestes.
Dieses 60.
Bezirksschützenfest war natürlich wieder ein willkommener Anlass, um zusammen
mit den Musikfreunde Roisdorf ein gemeinsames Fest zu feiern.
So traf
es sich gut, das die Musikfreunde Roisdorf im Jahr 2009 auf ihr 50 jähriges
Bestehen als Blasorchester zurückblicken können.
Es war ein Superfest und wir
erhielten gemeinsam mit den Musikfreunden viel Lob von allen Seiten.
Beim Königsschießen 2009
konnte wieder eine Kaiserwürde errungen werden. Diesmal war es Josef Breuer
der zum dritten mal die Königswürde errang und somit gemeinsam mit seiner Frau
Helene zum Schützenkaiserpaar 2009 gekrönt wurde.

Kaiserpaar 2009 Helene und
Josef Breuer
Für unsere Zukunft wünschen
wir uns natürlich noch viele schöne Feste, aber auch, dass die nachfolgenden
Generationen weiter die alten Bräuche des Schützenwesens pflegen und mit neuen
Ideen das Vereinsleben stärken.
Es steht aber heute schon
fest, dass diese Vereinsgeschichte im Sinne der Roisdorfer Schützentradition
ihre Fortsetzung finden wird.

Schützen 2010
Der Vorstand der Roisdorfer
Schützen
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